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Städtepartnerschaft

Swiebodzin: Grenznahe Lage zu Deutschland

Übersichtskarte der Gemeinde Swiebodzin

Świebodzin

Świebodzin (deutsch Schwiebus) ist eine polnische Kreisstadt (Powiat Świebodziński) in der Woiwodschaft Lebus mit etwa 22.000 Einwohnern.

Geschichte der Stadt Świebodzin

Der polnische Name der Stadt Świebodzin leitet sich vom polnischen Familienname Świeboda ab, der einen Bezug zum polnischen Wort Freiheit, swoboda, besitzt, und ist seit 1302 in unterschiedlichen Varianten belegt.

Das (damalige) Dorf wurde erstmalig im 12. Jahrhundert erwähnt, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde hier eine Festung errichtet. In der Folgezeit gehörte es zu den Herrschaftsbereichen verschiedener polnischer, tschechischer u.a. Herrscher. Wie heute lag die Stadt schon immer an den Handelswegen nach Brandenburg, Pommern und Schlesien, was ihr bereits am Ende des Mittelalters einen wirtschaftlichen Aufschwung brachte. Wichtige Wirtschaftszweige waren Textilherstellung, Bierbrauereien, das Handwerk und der Handel.

Nach dem Sieg von Friedrich II. von Preußen im ersten Schlesischen Krieg (1740–1742) wurde die Stadt Teil Preußens. Der Status blieb bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 erhalten. Der Anschluss an Preußen führte zu einer wirtschaftlichen Krise, die bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts andauerte, weil die Stadt nun von wichtigen Handelswegen abgeschnitten war. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Stadt an die Bahnlinie Frankfurt (Oder) -Poznań angeschlossen (1849), und neue Betriebe wurden für die Textilherstellung, Maschinenbau und Nahrungsmittelproduktion errichtet.

In der Konferenz von Jalta im Februar 1945 wurde der neue deutsch-polnische Grenzverlauf an Oder und Neiße festgelegt, die Stadt wurde wieder polnisch. In den beiden folgenden Jahren verließ der Großteil der deutschen Bevölkerung die Stadt. An seiner Stelle wurden Polen aus im Kriege zerstörten Städten hier angesiedelt. Nach dem Kriege erholte sich die Industrie nur langsam. Brauereien verschwanden, neue Fabriken für elektromechanische Erzeugnisse, Schnittholz und Möbel entstanden. Nach dem gesellschaftlichen Umbruch um 1990 siedelten sich hier einige ausländische Firmen an, die u.a. Discounter-Supermärkte betrieben.

Mit der Weihe der weltgrößten Christus-Statue im November 2010 hofft man auch auf den Besuch Tausender Pilger und Touristen.

Geographie

Die Stadt liegt im mittleren Teil der Woiwodschaft Lebus, 68 Kilometer östlich von Frankfurt (Oder) und 41 Kilometer nördlich von Zielona Góra (Grünberg). Westlich der Stadt erstreckt sich die Reppener Heide (Puszcza Rzepińska) und in nächster Nähe befinden sich mehrere kleine Seen.


Gemeinde

Die Stadt- und Landgemeinde (gmina miejsko-wiejska) Świebodzin erstreckt sich auf einer Fläche von 227,36 km² und gliedert sich neben dem gleichnamigen Hauptort in folgende 24 Ortschaften:

• Chociule (Kutschlau)
• Gościkowo (Paradies)
• Jordanowo (Jordan)
• Rzeczyca (Rietschütz)
• Wilkowo (Wilkau)
• Borów (Birkholz)
• Glińsk (Leimnitz)
• Grodziszcze (Gräditz) • Jeziory (Jehser)
• Kępsko (Schönborn)
• Kupienino (Koppen)
• Lubinicko (Merzdorf)
• Lubogóra (Wilhelmshöhe)
• Ługów (Lugau)
• Nowy Dworek (Neuhöfchen)
• Osogóra (Friedrichstabor) • Podlesie (Friedrichsfelde)
• Raków (Rackau)
• Rosin (Rissen)
• Rozłogi (Friedrichswerder)
• Rudgerzowice (Riegersdorf)
• Rusinów (Rinnersdorf)
• Witosław (Wittig)
• Wityń (Witten)

Weitere Ortschaften der Gemeinde sind Krzemionka, Leniwka, Miłkowo, Niedźwiady, Paradyż, Podjezierze, Wityń und Wygon.

Städtepartnerschaften

Świebodzin pflegt partnerschaftliche Beziehungen zu den drei deutschen Orten Neuenhagen bei Berlin und Herzberg (Elster) in Brandenburg sowie Friesoythe in Niedersachsen.

Verkehr

Die Stadt Świebodzin liegt an der Haupteisenbahnstrecke von Berlin nach Warschau. Außerdem kreuzen sich hier die Landesstraße 2 (droga krajowa 2) von Frankfurt (Oder) nach Posen und die Landesstraße 3 von Stettin nach Zielona Góra.


Sehenswürdigkeiten

Im Stadtzentrum befindet sich der Marktplatz, Plac Jana Pawła II, mit dem Rathaus der Stadt. Das Rathaus wurde um 1550 im Renaissancestil erbaut und mit spätgotischen Elementen versehen. Im 19. Jahrhundert wurde der markante Turm angefügt.

Die Christus-König-Statue, eine 36 Meter hohe Christusstatue, wurde am 6./7. November 2010 auf einem 16 Meter hohen Hügel fertiggestellt. Sie hat eine Gesamthöhe von 52,50 Metern und ist damit die größte Christusstatue der Welt.


Persönlichkeiten der Stadt Świebodzin

Die Liste von Persönlichkeiten der Stadt Świebodzin enthält Personen, die in Świebodzin geboren sind. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

1486 - 1556 Martin Agricola, deutscher Komponist
1613 - 1698 Christoph Kaldenbach, deutscher Dichter
1855 - 1925 Helene Berthold, deutsche Schriftstellerin
1878 - 1969 Ruth Margarete Roellig, deutsche Schriftstellerin
1881 - 1966 Günther Roeder, deutscher Ägyptologe
1885 - 1962 Walter Krickeberg, deutscher Amerikanist
1887 - 1946 Werner Kolhörster, deutscher Physiker
1890 - 1969 Hermann Otto Max Feige, vermutlich identisch mit B. Traven, deutschsprachiger Autor sozialkritischer Abenteuerromane, lebte während seiner Hauptschaffensperiode in Mexiko
1891 - 1956 Walter Warzecha, deutscher Seeoffizier und Oberbefehlshaber der Kriegsmarine
1895 - 1973 Kuno Fiedler, deutscher evangelischer Pfarrer, Schriftsteller
1896 - 1934 Alfred Kattner, deutscher Parteifunktionär (KPD)
1898 - 1945 Alfred Knispel, deutscher Maler
1909 - 1949 Ingeborg Meinhof, deutsche Kunsthistorikerin, Mutter von Ulrike Meinhof
1918 - 1969 Bruno Droste, deutscher Musiker, Komponist, Bearbeiter und Orchesterleiter
1924 Wolfhart Westendorf, deutscher Ägyptologe, Professor der Universität Göttingen
1927 - 2005 Eberhard Hilscher, deutscher Schriftsteller und Literaturwissenschaftler
1940 Hans D. Mummendey, deutscher Psychologe, Professor für Sozialpsychologie an der Universität Bielefeld
1943 Michael Witzel, deutscher Indologe, Wales Professor of Sanskrit an der Harvard University (USA)
1944 Hajo Bücken, deutscher Journalist, Spieleautor und Autor zahlreicher Bücher zu und über Spiele
1944 Angelika Ott, deutsch-österreichische Schauspielerin
1947 Henryka Bochniarz, polnische Unternehmerin, Präsidentin der Polnischen Konföderation Privater Arbeitgeber Lewiatan (PKPP)
1949 Edward Dajczak, polnischer Geistlicher und Bischof von Koszalin-Kolobrzeg
1949 Jan Kochanowski, polnischer Politiker, Abgeordneter des Sejm
1959 Zdzisław Hoffmann, polnischer Leichtathlet, erster Weltmeister im Dreisprung (1983)
1962 Janusz Kowalski, polnischer Radrennfahrer, Amateur-Weltmeister 1974
1974 Piotr Rysiukiewicz, polnischer Leichtathlet und Olympiateilnehmer
1984 Karolina Tymińska, polnische Siebenkämpferin


Bauwerke

• Die Reste der mittelalterlichen Stadtmauer (polnisch Mury miejskie) stammen aus dem 14.–16. Jahrhundert. Zwei der Wachtürme sind noch erhalten.

• Das Rathaus (polnisch Ratusz) wurde 1550 im Renaissancestil errichtet. Im 19. Jahrhundert wurde es umgebaut und um einen Uhrenturm ergänzt.

• Das Schloss (polnisch Zamek w Świebodzinie), das aus dem 14. Jahrhundert stammte, wurde im 19. Jahrhundert neu errichtet.

• Die Altstadt verfügt über einige historische Holzhäuser aus dem 18. Jahrhundert.


Kirchen und Kapellen

• Die Kirche des hl. Michael [des Erzengels] (polnisch Kościół parafialny św. Michała) stammt aus dem 15. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert erhielt sie eine neugotische Fassade.

• Die einstige evangelische Kirche der Gottesmutter, Königin von Polen (polnisch Kościół Matki Boskiej Królowej Polski) wurde in preußischer Zeit im neugotischen Stil errichtet. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde sie als katholische Kirche geweiht.

• Die Kapelle des hl. Johannes Nepomuk (polnisch Kapliczka św. Jana Nepomucena), Schutzpatrons der Reisenden, in der ul. Żymierskiego stammt aus dem 18. Jahrhundert.

• Die Gottesbarmherzigkeitskapelle (polnisch Sanktuarium Miłosierdzia Bożego) in der ul. Sulechowskiej wurde erst im 2008 geweiht. Sie wurde vom Pfarrer des Ortes, Sylwester Zawadzki, begründet.


Denkmäler

• Im Bereich des Rathauses befindet sich das Bank-Denkmal des polnischen Rocksängers Czesław Niemen (1939–2004, polnisch Ławeczka Czesława Niemena).

• Am 21. November 2010 wurde die Christus-König-Statue (polnisch: Pomnik Chrystusa Króla) geweiht. Mit einer Höhe von 36 Metern und einer Armspannweite von 25 Metern übertrifft sie den Cristo Redentor in Rio de Janeiro und den Cristo de la Concordia im bolivianischen Cochabamba an Größe. Die Statue ist 440 Tonnen schwer, auf dem 15 Tonnen schweren Kopf befindet sich eine drei Meter hohe vergoldete Krone. Der Pfarrer des Ortes, Sylwester Zawadzki, hatte den Bau der Statue angeregt. Der Entwurf stammte vom polnischen Bildhauer Mirosław Kazimierz Patecki. Die Arbeiten an der Statue auf dem 16 Meter hohen Hügel wurden seit 2005 ausgeführt und nach mehrfacher Verschiebung im November 2010 abgeschlossen.


Museen

• Regionalmuseum Świebodzin (Muzeum Regionalne), Plac Jana Pawła II 1, Świebodzin 66-200 (Rathaus), Tel.: +48 (0)68 475 08 38, 475 08 37, Fax: +48 (0)68 475 08 39, Email: muzeum.swiebodzin@poczta.fm, info@muzeumswiebodzin.pl. Geöffnet dienstags bis freitags 9–16 Uhr, samstags 10–16 Uhr. 4,50 PLN, Turm 3,50 PLN. Das 1971 eröffnete Museum im Rathaus zeigt alte Fotos und Drucke der Stadt, Waffen, Schaukästen mit Szenen aus dem leben der Tuchhändler, Münzen, Skulpturen, deutsche Gemälde aus dem 20. Jahrhundert und Handwerkserzeugnisse der letzten beiden Jahrhunderte. Das Museum ist gegenwärtig wegen Renovierung des Rathauses geschlossen.


Parks und Gärten

• Der Jüdische Friedhof (polnisch Cmentarz żydowski) befindet in der ul. Sobieskiego.


Unterkunft

• Hotel Ideal, ul. Wojska Polskiego 12, Świebodzin 66-200, Tel.: +48 (0)68 381 04 35, Fax: +48 (0)68 381 04 34, Email: swiebodzin@idealhotels.pl. Das Zwei-Sterne-Hotel verfügt über 38 Zimmer mit 87 Betten. Übernachtung mit Frühstück kosten für ein Einzelzimmer 130–150 PLN, für ein Doppelzimmer 170–190 PLN und für die Junior Suite 300 PLN (Stand 11/2010).

• Hotel Lubuski, Piłsudskiego 20, Świebodzin 66-200, Tel.: +48 (0)68 382 34 25, Fax: +48 (0)68 382 31 55, Email: biuro@hotellubuski.pl.

• SEN Hotel, ul. Świerczewskiego 1, Świebodzin 66-200, Tel.: +48 (0)68 475 66 43, 475 66 44, Fax: +48 (0)68 475 66 43, 475 66 44, Email: hotelsen@e7.pl. Das Drei-Sterne-Hotel verfügt über 33 Zimmer mit Bad. Zum Hotel gehören Sauna, Billard, ein Konferenzraum für 65 Personen und ein Restaurant für 100 Personen. Übernachtung mit Frühstück und Parkplatz kosten für ein Einzelzimmer 165 PLN, für ein Doppelzimmer 230 PLN und für ein Dreibettzimmer 295 PLN (Stand 11/2010).

• Ferien-/Appartmenthaus Hubertus-Leśny Dwór, Wygon 1, Świebodzin 66-200, Tel.: +48 (0)68 381 16 97, Email: wygonchyziak@go2.pl.

Ausflüge
In der Nähe der Stadt befinden sich die Reppener Heide (polnisch Puszcza Rzepińska) und einige kleine Seen.

Feiertage in Polen im Jahre 2012

 1. Januar Neujahr
 6. Januar Heilige Drei Könige
 8. und 9. April Ostern
 1. Mai Tag der Arbeit
 3. Mai Verfassungstag
27. Mai Pfingsten
 7. Juni Fronleichnam
15. August Mariä Himmelfahrt
 1. November Allerheiligen
11. November Unabhängigkeitstag
25. und 26. Dezember Weihnachten


Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/%C5%9Awiebodzin

http://www.wikivoyage.org/de/%C5%9Awiebodzin




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